Poker Begriffe & Glossar

Das vollständige Poker-Glossar auf Deutsch: 50+ Fachbegriffe, Slang und Terminologie — von Blind und Flop bis hin zu Pot Odds, Range und Bad Beat. Ideal als Nachschlagewerk für Texas Hold’em und weitere Pokervarianten.

Von Yoda Games Studio · Aktualisiert am 22. Juni 2026

Was bedeuten die wichtigsten Poker-Begriffe?

Poker-Fachbegriffe — auch Poker-Slang oder Poker-Terminologie genannt — sind die Standardbezeichnungen für Setzaktionen (Check, Call/Mitgehen, Raise/Erhöhen, Fold), Positionen am Tisch (Button/Dealer, Blinds, Under the Gun) sowie Board- und Handsituationen (Flop, Turn, River, The Nuts). Wer die Begriffe kennt, kann Hand-Historien lesen, Strategie-Inhalte verstehen und am Tisch schneller und sicherer entscheiden.

Grundbegriffe

Blind
Pflichteinzahlungen vor der Kartenvergabe: der Small Blind (halber Mindesteinsatz) und der Big Blind (voller Mindesteinsatz). Sie sorgen dafür, dass jede Hand einen Pot hat und Aktion erzwingt.
Ante
Ein kleiner Pflichteinsatz, den alle Spieler am Tisch zahlen — typisch in späten Turnierphasen, zusätzlich zu den Blinds.
Button / Dealer
Die Schaltfläche, die den nominellen Dealer markiert. Der Button-Spieler setzt nach dem Flop zuletzt — die stärkste Position am Tisch.
Hole Cards
Die zwei verdeckten Karten, die jeder Spieler für sich hält. Auch „Pocket Cards" oder einfach „Startkarten" genannt.
Flop
Die ersten drei Community Cards, die gleichzeitig offen auf den Tisch gelegt werden.
Turn
Die vierte Community Card (auch „Fourth Street"). Nach ihr folgt eine weitere Setzrunde.
River
Die fünfte und letzte Community Card (auch „Fifth Street"). Nach ihr kommt die letzte Setzrunde.
Board
Alle fünf gemeinsamen Community Cards auf dem Tisch, aus denen alle Spieler ihre Hand bilden.
Pot
Die Summe aller Einsätze in einer Hand. Der Gewinner nimmt den Pot — entweder durch die beste Hand beim Showdown oder weil alle anderen gefoldet haben.
Stack
Die Gesamtzahl der Chips, die ein Spieler am Tisch hat. Ein „Short Stack" hat wenig Chips, ein „Deep Stack" viele.
Showdown
Das Aufdecken der Hole Cards am Ende einer Hand, wenn noch zwei oder mehr Spieler im Spiel sind. Die stärkste Fünf-Karten-Hand gewinnt.

Setzaktionen

Check
Die Aktion ohne Einsatz weitergeben. Nur möglich, wenn in dieser Runde noch niemand gesetzt hat.
Call / Mitgehen
Den aktuellen Einsatz ausgleichen, um im Spiel zu bleiben.
Raise / Erhöhen
Den aktuellen Einsatz erhöhen. Nachfolgende Spieler müssen dann callen, re-raisen oder folden.
Fold
Das Blatt aufgeben und aus der Hand aussteigen. Bereits eingezahlte Chips im Pot sind verloren.
All-In
Alle eigenen Chips auf einmal setzen. Man bleibt bis zum Showdown im Spiel, kann aber nur den Teil des Pots gewinnen, den man selbst bezahlt hat — der Rest wird ggf. zum Side Pot.
Limp
Vor dem Flop nur den Big Blind callen, anstatt zu raisen — oft ein Zeichen von Schwäche oder einer passiven Spielweise.
Straddle
Ein optionaler Blind-Raise (meistens das Doppelte des Big Blinds), der vor der Kartenvergabe gesetzt wird. Der Straddler hat zuletzt Action vor dem Flop.
3-Bet
Der erste Re-Raise vor dem Flop. Big Blind = Einsatz 1, erster Raise = Einsatz 2, Re-Raise = 3-Bet.
C-Bet (Continuation Bet)
Ein Einsatz nach dem Flop vom Spieler, der vor dem Flop geraist hat — eine häufige Fortsetzung des Drucks nach der Pre-Flop-Aggression.
Check-Raise
Erst checken, dann nach dem Einsatz eines Gegners raisen — eine starke, oft täuschende Spiellinie.

Positionen

UTG (Under the Gun)
Der erste Spieler, der vor dem Flop handeln muss — die schwächste Position, da man ohne Information über die anderen Spieler agiert.
Cutoff (CO)
Der Sitz direkt rechts vom Button — eine starke Position zum Stehlen der Blinds.
Hijack (HJ)
Der Sitz zwei Plätze rechts vom Button.
Late Position
Button und Cutoff — man agiert nach dem Flop als letzter und kann die breiteste Hand-Range profitabel spielen.

Hände & Draws

The Nuts
Die bestmögliche Hand auf dem aktuellen Board — kann nicht geschlagen werden.
Kicker
Eine Beikarte, die bei gleich starken Haupthänden den Sieger bestimmt. Beispiel: Beide Spieler haben ein Ass-Paar, aber A-K schlägt A-Q wegen des K-Kickers.
Set
Ein Drilling aus einem Taschenpaar plus einer Board-Karte gleichen Rangs. Stärker und schwerer zu lesen als Trips.
Trips
Ein Drilling aus einer Hole Card und einem Paar auf dem Board.
Overpair
Ein Taschenpaar, das höher ist als jede Karte auf dem Board. Beispiel: Taschenkönige auf einem 9-7-2-Flop.
Flush Draw
Vier Karten einer Farbe — man braucht noch eine fünfte für einen Flush (9 Outs).
Open-Ended Straight Draw (OESD)
Vier aufeinanderfolgende Karten, die an beiden Enden offen sind — eine Karte auf beiden Seiten vervollständigt die Straße (8 Outs).
Gutshot
Ein innerer Straight Draw, der nur eine ganz bestimmte Rangstufe braucht (4 Outs). Auch „Bellybuster" genannt.
Outs
Die verbleibenden Karten im Deck, die die eigene Hand zum wahrscheinlichen Gewinner machen.
Bad Beat
Eine Hand verlieren, die man mit hoher Wahrscheinlichkeit gewinnen würde — z. B. ein Full House verliert gegen einen Vierling am River.
Cooler
Eine Hand, in der ein sehr starkes Blatt gegen ein noch stärkeres verliert — meist unvermeidlich und kein Fehler des Verlierers.

Strategie & Statistiken

Pot Odds
Das Verhältnis des aktuellen Pots zum Callbetrag. Vergleicht man die Pot Odds mit der eigenen Equity, entscheidet man mathematisch fundiert, ob ein Call profitabel ist.
Equity
Der mathematische Anteil am Pot, den man basierend auf der Gewinnwahrscheinlichkeit besitzt.
Range
Die Gesamtheit aller Hände, die ein Spieler in einer bestimmten Situation halten könnte. Denkt man in Ranges statt in einzelnen Händen, spielt man strategisch fundierter.
Bluff
Mit einer schwachen Hand setzen oder raisen, um Gegner zum Folden zu bringen. Ein Bluff gewinnt den Pot ohne Showdown.
VPIP (Voluntarily Put In Pot)
Der Prozentsatz der Hände, in denen ein Spieler freiwillig Chips in den Pot zahlt. Ein hoher VPIP = loser Spielstil; ein niedriger VPIP = enger Spielstil.
PFR (Pre-Flop Raise)
Der Prozentsatz der Hände, in denen ein Spieler vor dem Flop raiset — eine zentrale Aggressionskennzahl.
GTO (Game Theory Optimal)
Eine ausgewogene, mathematisch nicht ausbeutbare Strategie. GTO-Spiel verhindert, dass Gegner durch gezielte Gegenstrategien profitieren können.
ICM (Independent Chip Model)
Das Independent-Chip-Model wandelt Tournament-Chip-Stacks in realen Geldwert um — entscheidend für Bubble- und Final-Table-Situationen.
Bankroll
Das für Poker reservierte Geld, das getrennt von persönlichen Ausgaben gehalten wird.

Poker-Slang

Donk Bet
Ein Einsatz aus einer Out-of-Position-Situation in den letzten Aggressor — oft als schwache oder unkonventionelle Spiellinie angesehen.
Muck
Das Blatt verdeckt einwerfen, ohne es zu zeigen.
Nit
Ein extrem enger, risikoaverser Spieler, der nur Premium-Hände spielt.
Fish
Ein schwacher, verlierender Spieler — das Ziel aller anderen am Tisch.
Shark
Ein starker, gewinnender Spieler.
Tilt
Emotionales, irrationales Spiel — meist ausgelöst durch einen Bad Beat oder eine Pechsträhne. Wer auf Tilt spielt, trifft schlechte Entscheidungen.
Rake
Der Anteil, den das Haus von jedem Pot oder Tournament-Buy-In einbehält.
Freeroll
Ein Turnier ohne Buy-In, aber mit echten Preisen.

Die Sprache des Pokerspiels verstehen

Jedes Spiel hat sein eigenes Vokabular — und das Poker-Vokabular ist besonders reichhaltig. Die Poker-Fachbegriffe zu kennen beschleunigt nicht nur die eigenen Entscheidungen am Tisch, sondern erschließt auch Strategie-Videos, Hand-Historien und Coaching-Inhalte. Das Glossar oben gruppiert die wichtigsten Begriffe nach Themen, sodass man sie im Zusammenhang lernt statt als flache Liste.

Sobald die Begriffe sitzen, kann man sie direkt anwenden: die vollständigen Poker-Regeln auf Deutsch lesen, die Kartenreihenfolge einprägen oder direkt am kostenlosen Texas-Hold’em-Tisch spielen, wo jede Aktion mit den richtigen Begriffen beschriftet ist.

Häufige Fragen zu Poker-Begriffen

Was bedeutet Blind beim Poker?
Blinds sind Pflichteinzahlungen vor der Kartenvergabe. Der Small Blind (der Spieler links vom Dealer) zahlt den halben Mindesteinsatz, der Big Blind (der nächste Spieler) den vollen Mindesteinsatz. Sie erzwingen Aktion und sorgen dafür, dass jede Hand einen Pot hat.
Was bedeutet Check, Call und Raise beim Poker?
Check heißt, die Aktion ohne Einsatz weiterzugeben (nur wenn niemand gesetzt hat). Call bedeutet, den aktuellen Einsatz auszugleichen. Raise bedeutet, den Einsatz zu erhöhen; nachfolgende Spieler müssen dann callen, re-raisen oder folden.
Was sind Pot Odds beim Poker?
Pot Odds beschreiben das Verhältnis des aktuellen Pots zum Callbetrag. Wenn der Pot 100 € enthält und der Call 25 € kostet, sind die Pot Odds 4:1. Vergleicht man diese mit der eigenen Gewinnwahrscheinlichkeit (Equity), entscheidet man mathematisch, ob ein Call langfristig profitabel ist.
Was bedeutet Range beim Poker?
Eine Range ist die Gesamtheit aller Hände, die ein Spieler in einer bestimmten Situation halten könnte. Statt zu fragen „Was hat er genau?", denkt man: „Welche Hände spielen sich so?" Professionelle Spieler treffen Entscheidungen gegen Ranges, nicht gegen einzelne Hände.
Was sind Flop, Turn und River?
Flop, Turn und River sind die fünf Community Cards in Texas Hold'em. Der Flop umfasst die ersten drei Karten, die gleichzeitig aufgedeckt werden. Der Turn ist die vierte Karte. Der River ist die fünfte und letzte Karte. Nach jeder dieser Ausgaben folgt eine Setzrunde.
Was ist ein Bad Beat beim Poker?
Ein Bad Beat beschreibt eine Hand, in der man mit einer sehr hohen Gewinnwahrscheinlichkeit verliert — meist weil der Gegner am Turn oder River eine seltene Karte trifft. Klassisches Beispiel: Full House verliert gegen Vierling am River.

Quellen & Methodik

Die Definitionen orientieren sich am deutschen Standardgebrauch der Poker-Terminologie, abgeglichen mit englischsprachigen Referenzquellen und den tatsächlichen Spielimplementierungen auf dieser Website.